Smoke on the Stairway - Der Covergipfel - Terra Nova 23.8.26
Wir versuchen mal eine für uns neue Location am Hambacher Tagebau, wo heute Nachmittag/Abend eine Allstars Coverband die hohe Zeit der Rockmusik abspulen will. Wir sind sehr gespannt. Pressetext der Stadt Elsdorf/Kulturabt.: "Könnten wir uns einen Abend mit den größten Künstler/innen und Bands wünschen, wären sicherlich Manfred Mann´s Earth Band, Simon & Garfunkel, Joe Cocker, Santana, Led Zeppelin und Deep Purple dabei. - Mit vielen bekannten, musikalischen Gästen lädt die Stadt Elsdorf auch in diesem Sommer wieder zum großen Gipfeltreffen dieser unvergessenen Namen ein. - In einem dreistündigen Marathon spielt sich eine Allstar-Band aus den besten Musikern der Region durch die Highlights der Musikgeschichte."
Der Titel der Veranstaltung dürfte eine Fusion aus Deep Purples "Smoke on the Water" und Led Zeppelins "Stairway to heaven" sein... (Klugscheißer Modus off) zwei Hymnen, die unsere Jugend deutlich geprägt haben. Beide Bands haben wir damals Live gesehen. Das Vinyl dazu steht noch im Regal. Die Veranstaltung "Beethoven meets Kraftwerk" vom letzten Sonntag haben wir leider verpaßt, doch dann hat uns der Artikel aus der Kölnischen Rundschau den Weg hierhin gewiesen.
Übersichtsfoto über den Veranstaltungsort Terra Nova direkt am Tagebauaussichtspunkt wurde dankenswerterweise von der Stadt Elsdorf zur Verfügung gestellt.
Bequeme Campingstühle, die alte Nikon D4 mit AF 2,8/80-200mm, warme Jacken und Regenschirme sind eingepackt, wir kommen...
Zum spektakulären Finale der Sommerkonzerte heißt es am 23. August „Smoke on the Stairway - der große Covergipfel“. Könnten wir uns einen Abend mit den größten Künstler/innen und Bands wünschen, wären sicherlich Santana, Joe Cocker, Led Zeppelin, Deep Purple, Simon & Garfunkel oder Manfred Mann’s Earthband dabei. In einem unvergesslichen Tribute singen die Stars der Region wie Christine Ladda, Michael Dorp (Purple/Zeppelin), Angela Lentzen, Addie Erasmy (Cocker-Cover), Armando Campana, Ande Roderigo uvm. vor dem besten Publikum Highlights der Musikgeschichte. Wie bereits im Vorjahr wird der Covergipfel mit bekannten aber auch neuen Stimmen für eine große Show sorgen.
Die Allstar-Cover-Band um Dieter Kirchenbauer (Gitarre), sind: Vincenz Deckstein und Guido Meyer, der letztere mit dem Hütchen (2x Drums), Lithideth Philawanh (Bass), Wulf Hanses-Ketteler (Gitarre), Christoph Schlüssel (Keyboards), Ralf Schönewald, Saxofon beim Joe Cocker Set.
Los geht es ziemlich pünktlich um 17:35 nach einem Begrüßungswort des Bürgermeisters Heller der Stadt Elsdorf:
Hier die Setlist des gesamten Abends: Es steigert sich von eher soft & melodisch zum Hardrock der 1970er, um dann mit Cocker wieder etwas sanfter zu werden...
Als warm up kommen drei Songs von Simon & Garfunkel, präsentiert von Christine Ladda und Ande Roderigero. Beide sind überregional bekannt: Tine u.a. mit einer sehr erfolgreichen Amy Winehouse Tribute Show, Ande ist Drummer und 2.Sänger bei "Flying Circus", einer Rockband aus Grevenbroich (gegründet 1990) mit einer Reihe von Plattenveröffentlichungen. Beide passen stimmlich gut zueinander und auch sehr gut zur Musik von Simon & Garfunkel.
Sie können auch leise: Christine & Ando begleitet von Christoph Schlüssel (Keyboard), Dieter Kirchenbauer (Gitarre), im Hintergrund Guido Meyer (Drums),
Weiter gehts mit einem Set von Tracy Chapman, kraftvoll gesungen von Angela Lentzen, die auch mit eigener Band tourt. Beim letzten Titel des Sets "Fast Car" kommt Armando Campana dazu.
Angela kann alles von ganz leise bis echt laut, rechts im Hintergrund Wulf Hanses-Ketteler an der Gitarre.
Und dann bei "Fast Car" im Duett mit Armando Campana. Während dessen wird auch "Backstage" bereits an der nächsten Nummer gearbeitet: Ande wird Tine bei "Under Pressure" begleiten.
Er macht gleich weiter mit drei Nummern von Zucchero, er ist selber Italiener, hat gerade seine erste LP draußen und tritt demnächst am 5.9. in Bedburg/Musikmeile auf.
Die Bühne ist schön beschattet, die Gäste genießen die Musik, charmant vorgetragen von Amando und auch die Sonne. Jetzt ist auch mal der Bassist zu sehen: Lithideth Philawanh.
Vor der Bühne treffen sich ganz Jung und Alt. Die Älteren müssen bequem sitzen, die richtig Jungen (hier wohl ein Mädchen) tanzen zur Musik oder machen schon richtig Fotos. Viele Kinder tragen Gehörschutz, sehr gut! Sie werden von den Eltern schon an die richtige Musik herangeführt, bravo!
Es folgt nochmal Christine Ladda mit drei Songs von David Bowie. Bowie ist nicht so ganz meins, aber sie macht das ganz hervorragend. "Under Pressure" würde ich mehr bei Queen als bei Bowie einordnen. War sehr gut, Band wie Gesang.
"Starman" & "Life on Mars" solo und dann "Under pressure", wieder zusammen mit Ande. Diesen Song hatte Bowie zusammen mit Queen in Montreux aufgenommen. Rechts: Ohne Tabletts und Lead Sheets geht so ein umfangreiches Programm einfach nicht mehr; früher hatten man die Notenblätter/Texte in Plastikhüllen und Ordnern.
Bisher war es sehr gut, die Band hat alles perfekt abgeliefert, die PA war nicht zu laut, gut gemischt, die Gesangsparts waren perfekt. Aber für mich gehts jetzt erst richtig los mit dem Hard Rock Set: Michael Dorp, der Sänger von "Flying Circus" dreht voll auf: zunächst die alte Deep Purple Nummer "Hush" (komponiert von Joe South) zum Warmsingen.
Zwei Neue auf der Bühne: Rock-Drummer Vincenz Deckstein und Rock-Sänger Michael Dorp (von Flying Circus).
Dann intonieren Dieter Kirchenbauer und Wulf Hanses-Kettler abwechselnd den bekanntesten Gitarren Riff überhaupt: Ritchie Blackmores "Smoke on the Water" auf der G-moll Blues Scala in den charakteristischen Quarten. Das fetzt. Der treibende Bass läßt vorne an der Bühne meine Hosenbeine flattern.
Spielfreude pur: "Smoke on the Water", Wulf und Dieter abwechselnd und zusammen, das kracht !
Danach Christoph Schlüssel am Keyboard: Die ersten Akkorde von "Child in Time" erklingen, G-G-Am (2x), F-F-G, G-G-Am, wenn ich mich richtig erinnere. Nach dem furiosen Intro legt Michael mit einer Stimme nach, die Ian Gillan schon seit 20 Jahren nicht mehr hat, einfach großartig. Da kann ich sogar vergessen, dass da keine Hammond C-3 via Marhall Amp (wie Jon Lord auf "Made in Japan"), sondern bloß ein Korg Nautilus zu hören ist. Der Gesang schreit und ächzt, da bleibt dir die Luft weg.
Christoph & Michael bei "Child in Time". Ian Gillan von Purple singt den Song schon seit 20 Jahren nicht mehr, seine Stimme gehe dabei weg, sagte er in einem Interview; Michael kanns besser !
Nicht genug davon, gehts mit Zeppelins "Rock'n'Roll" weiter, um sich bei "Whole lotta Love" in Gitarrenduellen zu steigern und kulminiert in der Hymne "Stairway to Heaven" mit einem wunderschönen Akustikintro von Dieter, dann aufgenommen von Wulf auf seiner Telecaster via Fender Tweed Amp. Michaels einfühlsame Stimme gibt dem ganzen das Sahnehäubchen. Ich bin hin und weg. Laute "Zugabe" Rufe müssen für den Programmablauf leider ignoriert werden.
Übers andächtige Zuhören habe ich fast das Fotografieren vergessen, das will bei mir schon was heißen - Emotionen pur
Und nu Cocker, da klettert ein älterer Typ auf die Bühne, der sich schon hinstellt wie der alte Joe, rumzappelt wie derselbe, sich mit "Summer in the City" warm singt & schreit, um dann via "Unchain my Heart" woodstockmäßig seinen Einsatz zu "With a little help from my friends" zunächst einen Takt zu verpassen und dann voll aufzudrehen. Woodstock habe ich als 15-Jähriger bloß als Film in unserem Jungendzentrum in Brühl gesehen, Addie Erasmy aus Kölle hats voll drauf, Cockers Gestik, Stimme, vor allem seine Schreie, allererste Sahne. Er covert Joe Cocker schließlich schon seit über 30 Jahren. Angela, Tine, Ande und Armando singen den Backing Chor und Ralf Schönewald bläßt hingebungsvoll die Kanne. Da könnte ruhig auch noch mehr kommen, wie das Publikum es auch herbeiklatschen möchte. Hier auch die komplette Band in der Vorstellung.
Eddie Erasmy ist für mich die große Überraschung des Abends: Joe Cocker vom Feinsten. Tolles Sax von Ralf Schönewald und ein ekstatischer Chor angeführt von Angela Lentzen. "With al little help from my friends..."
Zum guten Schluß, alle Vierzehn auf die Bühne. Von Links: Christoph Schlüssel, Vincenz Deckstein, Wulf Hanses-Ketteler, Lithideth Philawanh, Ralf Schönewald, Dieter Kirchenbauer, Christine Ladda, Michael Dorp, Ande Roderigo, Angela Lentzen, Guido Meyer, angeschnitten Armando Campana, es fehlen Addie Erasmy & Rudi Rüttgers. "Complete unknown" (Bob Dylan) ist ja wohl niemand auf dieser Bühne am Tagebau.(Cocker-Cover),
Als Gesamtzugabe sind geplant "Heroes" von Bowie (Tine und alle) und "Like a Rolling Stone" von Bob, dem Dylan, da kommt noch der Bedburger Rudi Rüttgers hinzu, singt eine Strophe op Kölsch und bläst gekonnt die Blues Harp. Ein furioses Ende einer wirklich erstklassigen Veranstaltung, Alle sind begeistert, der Dank geht an Dieter Kirchenbauer für die Leitung von Musik und dem "Ganzen", Christoph Schlüssel fürs Aufschreiben der Musik und die Lead Sheets, die Band und die Stimmen für das familiäre Gesamtbild. "How does it feel?" Da gehen wir auf alle Fälle wieder hin!!! Volles Haus und viele von den 1.200 werden auch wieder da sein, wie schon 2025, garantiert. "Bes demnächx".
"How does it feel?" Rudi Rüttgers mit Michael Dorp bei den letzten Akkorden von Dylan.
"Mad Zeppelin" Fan Virginia Lisken-Dorp vor der Bühne. Alter Fotokollege Udo Zöllikofer aus Prä-Corona Zeiten in der Harmonie Bonn....
Dieter Kirchenbauers Schlußapplaus - der Mann hats verdient...
Das Publikum ist begeistert, von ganz jung bis alt und klapperig, wie wir selbst schon so langsam werden. Was auch sehr gut ist, man muß nicht stehen vor der Bühne, bei drei Stunden Konzert geht das auch nicht mehr und dann noch die immer schwerer werdende Kamera. Also Bierbänke und Tische fördern auch den Verzehr, das zahlt neben den Sponsorengeldern auch die Künstler, "die hier nicht nur für den Hut" (Dieter) spielen müssen...
Text & 40 Fotos © Achim Kostrzewa, kein Nachdruck ohne Einwilligung des Autors erlaubt, Zuwiderhandlung wird verfolgt ... (26.8.2026)