Unser Artikel über aktuelle Pinguinbiologie aus der Naturwissenschaftlichen Rundschau 8/2007 - NR 710: S. 397 - 403.

  

Titelbild 8/2007 – Adéliekolonie (Pygoscelis adéliae) an der Hope Bay im Abendlicht. Eine der großen Koloniecluster von mehr als 20.000 Paaren [6] dieser Frackträger liegt in der Umgebung der Argentinischen Station „Esperanza“ an der Spitze der Antarktischen Halbinsel in der Westantarktis. Solche Cluster bestehen aus benachbarten Einzelkolonien von vielleicht wenigen bis zu tausenden von Brutpaaren, je nach schneefreiem Platzangebot. Nach anderen, jedoch bislang unbestätigten Quellen [16], könnte dies sogar Teil einer der größten Kolonien dieser Art in der ganzen Antarktis sein: 120.000 Brutpaare. Diese Zahl wurde von Argentinischen Ornithologen in Umlauf gesetzt, wird aber von der SCAR-Seevogelgruppe* seit über 20 Jahren nicht bestätigt. Überhaupt sind die Zählergebnisse in Pinguinkolonien oft umstritten [22], entsprechen sie doch vielfach nicht der international vereinbarten und anerkannten Zählpraxis, über die spezielle Wissenschaftlerteams zur Qualitätssicherung [11]wachen.

(* SCAR = Scientific Committee for Antarctic Research. Die Zahlen im Text [11] beziehen sich auf die dort genannte Literatur: z.B. [22]  A. Kostrzewa: Volkszählung bei Pinguinen. In: R. Kostrzewa, A. Kostrzewa: Antarktis für Kreuzfahrer. CD-ROM Buch. ISBN 3-00-016060-4. Zülpich (2005).

Titelfoto: © Dr.Achim Kostrzewa, Januar 2002

 

Foto: © Dr.Renate Kostrzewa, Januar 2006: Adelie auf King George Island, Süd-Shetlandinseln

Unser Fazit des Artikels: Verlierer und Gewinner der Erwärmung – ein Ausblick

Wir möchten an dieser Stelle für die westliche Antarktische Halbinsel und den Inselbogen der Südshetlands einen Ausblick wagen. Wie geht es weiter mit den Pinguinkolonien, wer sind die Gewinner, wer die Verlierer der globalen Erwärmung in diesem Teil der Antarktis? Wenn der Trend der Temperatur und der Eisentwicklung so weiter anhält, werden die Adéliepinguine im Norden weniger werden, aber vielleicht südlich des Polarkreises neue Brutgebiete erschließen können, wie auch historische Daten aus Bodenanalysen für die letzten 6 000 Jahre belegen. Diese basieren auf archäologischen Methoden mit Radiocarbon bestimmtem Alter und DNA bestimmten Knochenfunden an aktuellen und historischen Koloniestandorten [4]. Die konkurrenzstarken Eselspinguine drängen nach, soweit ihre Temperaturtoleranz es zulässt und die Nahrungsbedingungen ein Brüten weiter polwärts erlauben. Die Zügelpinguine könnten die Verlierer sein, denn sie brüten später als Adélie- und Eselspinguin und sind auch kleiner. Für sie hängt es von den lokalen Gegebenheiten ab, wie und wo sie weiterleben werden. Ihre Kolonien sind derzeit noch die bei weitem größten im Bereich der Antarktischen Halbinsel, manche wie der Supercluster am Baily Head machen bis zu 120 000 Tiere aus, aber sie tun sich etwas schwerer mit Kolonieneubildungen. Die lokalen und regionalen ökologischen Bedingungen werden weiter die Prosperität der einzelnen Kolonien und Spezies im Bereich der Antarktischen Halbinsel bestimmen, auch wenn sich die Verhältnisse in Zukunft weiter verschieben können.

Wenn Sie sich genauer informieren wollen, können Sie hier den gesamten Artikel kostenlos per E-Mail bestellen. (© Dres.Achim & Renate Kostrzewa, Naturwissenschaftliche Rundschau 2007) .

Einige Kollegenstimmen dazu:

Dr.H.-U.Peter, Polar & Bird Ecology Group, Uni Jena: "...sehr interessanter Artikel, habe einmal eine (bei weitem nicht so gute) Übersicht angefügt." (28.9.07)

Dr. K.Pütz, Antarctic Research Trust, Falkland: "...ich beglückwünsche Sie zu dem Artikel über die Pinguin-Forschung. Eine wirklich gute Zusammenfassung." (21.8.07)

Prof.Dr.H.Kanz, Uni Bonn: "über Ihren exzellenten Beitrag habe ich mich sehr gefreut und bedanke mich freundlichst. Was Sie erforscht und zusammengefasst haben, ist wirklich bewundernswert. Vor allem ich als Geisteswissenschaftler bin sehr beeindruckt... (21.9.07)

Prof.Dr.Ch.Spaeth, Uni Hamburg: "...erhielt vor kurzem Euren hervorragenden Artikel von der Redaktion der Naturwissenschaftlichen Rundschau, die um ein Statement bat..." (18.9.07)

 

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